Tai Chi im Dunkelretreat

Saskia beim Tai Chi auf einem Steg in der Dämmerung

Inhalt

Tai Chi im Dunkelretreat Teil 1

Tai Chi Quan zählt zu den fernöstlichen Kampfkünsten und ist eine traditionelle Methode, die Meditation und Bewegung vereint. Dabei werden einzelne Bewegungen ruhig, locker, leicht und fließend miteinander verbunden.

Tai Chi ist nichts, was in einem 8-Wochen-Kurs gelernt werden kann. Vielmehr ist es ein Weg, der nach Innen führt und nie zu Ende geht. Durch regelmäßiges Üben vertiefst du deine Kompetenz und inneren Fähigkeiten.

Tai Chi im Dunkelretreat zu üben, ist ein effektiver Weg, während des achtsamen Übens in der Dunkelheit mehr inneres Verständnis für die Bewegungsabläufe im Körper zu erlangen.

Viele Gedanken und damit verbundene Emotionen stören den natürlichen Bewegungsablauf des Körpers. Regelmäßiges Tai Chi führt zur inneren Vertiefung und zur Synchronisierung der Gehirnhälften. Im Zustand des erweiterten Bewusstseins, wenn die Gedanken und Emotionen zur Ruhe gekommen sind, bewegt sich der Körper aus sich selbst heraus sehr harmonisch, anmutig und leicht.

Nach einiger Zeit des Übens sind positive Effekte im Körper spürbar: Körper, Seele und Geist werden harmonisiert.

Die Dunkelheit unterstützt den Prozess der Verinnerlichung, sodass die Tai Chi-Bewegungen mehr und mehr aus dem Becken entstehen und der Chi-Fluss viel deutlicher wahrnehmbar wird. Innere Fähigkeiten und Fertigkeiten können im Dunkelretreat vertiefend geschult werden.

Tai Chi im Dunkelretreat Teil 2: Punkt-Bewusstsein

Während eines längeren Aufenthaltes in absoluter Dunkelheit zentriert sich das Bewusstsein immer mehr – bis zum Punkt-Bewusstsein. Es ist eine parallele Erfahrung von absoluter Sammlung und Zentrierung des Bewusstseins bis zu einem kleinen leuchtenden Punkt und gleichzeitig ist die Wahrnehmung so offen und so weit, dass das gesamte Universum in diesem kleinen Punkt-Bewusstsein wahrgenommen werden kann. Das klingt paradox und kann vom normalen Verstand nicht verstanden werden. Es ist nur über die gefühlte Erfahrung nachvollziehbar.

Jede Bewegung des Körpers wird aus der Hüfte und von diesem kleinen Punkt-Bewusstsein heraus gesteuert. Zeitgleich sind alle Bewegungen im Körper bewusst: welche Muskeln sich bewegen, wie die Gelenke funktionieren und wie die Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Hüft-, Knie- und Sprunggelenke harmonisch zusammenarbeiten. Es ist, als würden gleichzeitig eine Unmenge an Informationen im Körper und im „Außen“ erfasst und verstanden – ohne dass dabei der normale Verstand oder die 5 physischen Sinne in Aktion sind.


Tai Chi im Dunkelretreat Teil 3: Wahrnehmen, statt Nachdenken


Im Denken verhaftet sein blockiert den natürlichen Bewegungsfluss im Körper

Kinder, die mit ihrem Bewusstsein noch nicht im Denken verhaftet sind, bewegen sich noch ganz natürlich und fließend, so, wie die Bewegungen aus ihrem Inneren heraus entstehen.

Erwachsene befinden sich oftmals überwiegend im Kopf (Verstand) und sind gestresst von ihren Gedanken an Gestern und Morgen. Das wirkt sich unmittelbar auf die Körperbewegungen aus: Die Muskeln sind angespannt, was den natürlichen Bewegungsfluss im Körper blockiert. Daher sieht der Bewegungsablauf von Erwachsenen oft angestrengt aus: Der Körper ist beim Laufen nach vorn, nach hinten oder zur Seite gebeugt, die innere Mitte und Ausrichtung sind verloren gegangen. Durch die ständigen Spannungen tauchen früher oder später Schmerzen auf, die sich wiederum in der Körperhaltung und in den Körperbewegungen widerspiegeln.

Fallen die auf die Vergangenheit oder Zukunft ausgerichteten Gedanken- und Gefühlsprozesse weg, kann der Körper sich wieder in seiner eigenen Natürlichkeit bewegen. Der Einklang von Körper, Geist und Seele stellt sich wieder ein, was sich wiederum auf die Gesundheit auswirkt.

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Saskia John

Über die Autorin:

Saskia John wurde in der ehemaligen DDR geboren und studierte dort Veterinärmedizin. Nach der Wende absolvierte sie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Seit 1994 arbeitet sie in ihrer eigenen Praxis. Sie unterstützt Menschen auf ihrem persönlichen Weg zu Heilung und spirituellem Wachstum.
Dabei greift sie auf langjährige Erfahrung in der Trauma Heilung, Inneren-Kind-Arbeit und in der Begleitung von Dunkelretreat-Prozessen zurück. Ihre Arbeit ist geprägt von Reisen nach China und Japan, die sie mit fernöstlichen Heilmethoden in Berührung kommen lassen.
Das Dunkelretreat ist ihr Herzens- und Forschungsprojekt. Sie selbst verbrachte insgesamt 62 Tage in absoluter Dunkelheit. „26 Tage Dunkelheit – Ein Bewusstseins-Experiment“ ist ihr zweites Buch.

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