Meditationspraxis im Dunkelretreat

Silhouette einer meditierenden Frau

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Meditatation im Dunkelretreat

In diesem Video geht es um die Meditationspraxis im Dunkelretreat.

Menschen kommen zu mir, um ihre Meditationspraxis, die sie schon im Alltag integriert haben, im Dunkelretreat zu vertiefen – das ist deren Anliegen. Sie kommen also mit ganz konkreten Vorstellungen, um ihre Meditationspraxis im Dunkelretreat während eines bestimmten Zeitraumes zu intensivieren. Sie fangen damit in der Regel an, meditieren ganz viel, ganz lange, ganz intensiv.


Meditationspraxis im Dunkelretreat vertiefen

Das Interessante ist meiner Erfahrung nach, dass mit zunehmender Dauer des Dunkelretreats die Meditationspraxis immer unwichtiger wird, sodass ich auf die Praxis mit der Zeit verzichte und einfach nur noch bin. Im Sein bin. Ohne etwas zu machen: ich warte nicht mehr, ich mache nicht mehr, ich erwarte nichts mehr, ich will nichts mehr, ich fordere nichts mehr. Alle diese Wünsche hören auf. Und das, wo ich mit der Praxis darauf hin meditiert habe, taucht dann wie von allein auf, wenn ich die Erwartungshaltung, dieses Machen, dieses Tun, einfach ablegen kann.


Das Machen-Wollen loslassen

Das Ganze ist ein Prozess. Das ist glaube ich jedem klar, der meditiert. In dem Moment, wo das geschieht, dass ich aus dem Machen-Wollen und Tun-Wollen austreten kann, in dem Moment tauchen die höheren Bewusstseinsebenen auf. Man könnte das so beschreiben: Ich bin dann einfach. Ich mache nichts mehr, sondern ich bin in dieser Seins-Ebene, ich erfahre das Sein, bin das Sein. Ich bin. Bin. Auf der Seins-Ebene kann ich nicht mal mehr „Ich bin“ sagen, sondern auf einer ganz tiefen Ebene macht dann nur noch das Wort „Bin“ Sinn. Nicht mehr „Ich bin“ oder „Ich mache“. Das fällt da alles weg.


Läuterung der Psyche

Dazu braucht es dieses Tiefergehen in die subtileren Schichten, was gleichbedeutend ist mit der Läuterung der Psyche. Erst wenn ich mich tieferen Ängsten gestellt und die wirklich transformiert habe, dann findet dieser Ebenenwechsel statt.

Das finden die Leute selbst auch sehr spannend, wenn ihnen bewusst wird, wie viel „machen“ in ihrer Praxis noch drinsteckte und wie sie sich durch diese „Machaktivität“ selber im Weg gestanden haben, um überhaupt in tiefere Ebenen eintauchen zu können.

Das ging mir selbst auch so. Ich hatte schon viele Jahre Meditationserfahrung, bevor ich mein erstes Dunkelretreat gemacht habe, und habe dann festgestellt: Wow! Krass! Ich war immer noch an der Oberfläche, obwohl ich dachte, ich bin durch meine Erfahrungen schon sehr tief. Aber im Nachhinein stellte sich heraus: Nein, es war nur die Oberfläche. Meine Praxis hatte mich permanent in dieser Oberfläche gehalten – mal mehr, mal weniger tief. Und immer wenn ich dachte, ich bin tiefer, dann war das nur ein Schein von tiefer. Es war immer noch die gleiche Ebene. Es war kein Ebenenwechsel.


Ebenenwechsel

Das ist nochmal etwas komplett anderes, wenn ich auf eine andere Ebene in mir selbst komme. Das ist nicht nur auf einer Ebene ein anderer Bereich, den ich da erforscht habe – das wäre immer noch die gleiche Ebene. Das ist zwar auch spannend, aber es ist kein Ebenenwechsel. Ein Ebenenwechsel bedeutet, du berührst komplett neue Bewusstseinsschichten in dir selbst, die du vorher noch nie betreten hast. Da ist ALLES komplett anders. Das hatte ich vorher so noch nicht in meinen Meditationen erfahren.


Die Meditationspraxis loslassen und einfach SEIN

Wenn Menschen hierherkommen, die schon eine lange Meditationspraxis haben, dann machen sie manchmal die gleiche oder eine ähnliche Erfahrung, dass sie quasi wie eine Art Durchbruch haben und in eine tiefere oder höhere Ebene, wie auch immer man das jetzt nennen mag, eintauchen können. Und das geschieht aber erst, wenn ich auch noch die Praxis loslasse und mich nicht mehr an der Meditationspraxis festhalte. Also wo der letzte Haltegriff sozusagen wegfällt. Und das ist ganz schön, dass das auch Menschen mit langer Meditationspraxis so empfinden und selbst ZEN-Meister sagen: „Ja, es geht nicht darum, zu meditieren, es geht darum zu SEIN.“

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Saskia John

Über die Autorin:

Saskia John wurde in der ehemaligen DDR geboren und studierte dort Veterinärmedizin. Nach der Wende absolvierte sie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Seit 1994 arbeitet sie in ihrer eigenen Praxis. Sie unterstützt Menschen auf ihrem persönlichen Weg zu Heilung und spirituellem Wachstum.
Dabei greift sie auf langjährige Erfahrung in der Trauma Heilung, Inneren-Kind-Arbeit und in der Begleitung von Dunkelretreat-Prozessen zurück. Ihre Arbeit ist geprägt von Reisen nach China und Japan, die sie mit fernöstlichen Heilmethoden in Berührung kommen lassen.
Das Dunkelretreat ist ihr Herzens- und Forschungsprojekt. Sie selbst verbrachte insgesamt 62 Tage in absoluter Dunkelheit. „26 Tage Dunkelheit – Ein Bewusstseins-Experiment“ ist ihr zweites Buch.

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