Einführung
Es gibt Gespräche,
in denen viele Worte fallen –
und doch bleibt etwas unberührt.
Alles scheint gesagt.
Argumente sind ausgetauscht.
Standpunkte erklärt.
Und dennoch entsteht keine Nähe.
Was fehlt, ist nicht Information.
Was fehlt, ist echte Kommunikation.
Der Unterschied liegt selten im Inhalt.
Er liegt darunter.
In der inneren Bewegung,
aus der gesprochen wird.
Sprechen wir,
um uns zu schützen?
Oder sprechen wir,
weil wir wirklich in Kontakt treten wollen?
Echte Kommunikation beginnt nicht bei den Worten.
Sie beginnt dort,
wo etwas in uns bereit ist,
sichtbar zu werden.
Was Kommunikation wirklich bedeutet
Kommunikation ist mehr
als ein Austausch von Informationen.
Sie ist Beziehung.
Resonanz.
gegenseitiges Wahrnehmen.
Und doch reden wir manchmal –
und merken erst später,
dass wir gar nicht wirklich da waren.
Wir haben erklärt.
Argumentiert.
Uns gerechtfertigt.
Aber wir haben uns nicht gezeigt.
Der Unterschied ist fein.
Doch er entscheidet darüber,
ob Begegnung entsteht –
oder nur Gespräch.
Warum wir uns schützen
Schutz entsteht nicht zufällig.
Er ist eine Antwort.
Auf Erfahrungen.
Auf Momente, in denen etwas zu viel war.
Oft beginnt er sehr früh.
Wenn ein Kind erlebt,
dass Gefühle bewertet werden.
Dass Wut unerwünscht ist.
Dass Traurigkeit keinen Raum bekommt.
Dass Nähe unsicher oder überfordernd ist.
Dann entsteht ein inneres Muster:
Zeige nur, was akzeptiert wird.
Halte dich zurück.
Erkläre dich.
Passe dich an.
In der Kindheit war das klug.
Es hat geschützt.
Es hat vor Überwältigung bewahrt.
Was damals Überleben gesichert hat,
wird später zur Gewohnheit.
Und diese Gewohnheit
spricht auch noch im Erwachsenenalter.
In Gesprächen.
In Beziehungen.
In Momenten, in denen eigentlich Nähe möglich wäre.
Dann wird erklärt statt gefühlt.
Argumentiert statt gezeigt.
Kontrolle gehalten,
wo Verbindung entstehen könnte.
Schutz ist dabei kein Fehler.
Er ist ein Zeichen von Erfahrung.
Doch wenn er unbemerkt bleibt,
entsteht Distanz.
Nicht, weil Nähe nicht gewollt wäre –
sondern weil ein alter Teil
immer noch versucht, sicher zu bleiben.
Der Wendepunkt
Echte Kommunikation beginnt dort,
wo Schutz bemerkt wird.
Nicht bekämpft.
Nicht überwunden.
Sondern erkannt.
Es ist der Moment,
in dem innegehalten wird.
Ein Atemzug.
Und die leise Frage:
Aus welcher Bewegung spreche ich gerade?
Aus Angst?
Oder aus Verbindung?
Der entscheidende Unterschied
Schutz-Kommunikation entsteht aus Angst.
Angst, bewertet zu werden.
Missverstanden zu werden.
Den Kontakt zu verlieren.
Sie will Kontrolle behalten.
Selbst-Offenbarung entsteht aus Verbindung.
Aus dem Wunsch,
wirklich da zu sein –
auch mit Unsicherheit.
**Beim Schutz wird gesprochen,
um Kontrolle zu behalten.Beim Zeigen wird gesprochen,
um in Kontakt zu treten.**
Worin sich der Unterschied zeigt
Wie erkennt man gesundes Fühlen,
wenn man es nie kennengelernt hat?
Vielleicht hilft es, diesen Zustand
in drei Dimensionen zu betrachten.
Im Körper
Wenn Schutz aktiv ist,
zieht sich etwas zusammen.
Bauch.
Brustraum.
Kiefer. Der Blick wird starr –
oder weicht aus.
Wenn Offenheit da ist,
bleibt der Körper spürbar.
Der Atem fließt.
Die Stimme wird weicher.
Vielleicht zittrig –
aber echt.
In der Sprache
Schutz klingt oft nach Erklärungen
und Rechtfertigungen.
„Ich will nur, dass klar ist,
warum ich so reagiert habe.“
Hier wird erklärt –
weil darunter Angst liegt.
👉 Videotipp:
Der Unterschied zwischen Erklärung und Rechtfertigung
https://youtu.be/AN-rvF1Ni7w
Selbst-Offenbarung klingt einfacher:
„Ich merke, dass ich mich gerade erkläre,
weil Angst da ist, verurteilt zu werden.“
Worte dienen nicht mehr dazu,
sich vor dem Gefühl zu schützen –
sie tragen das Gefühl.
In der Energie
Schutz zieht die Energie zusammen.
Es wird enger.
Kontrollierter.
Kontakt bleibt oberflächlich.
Beim Zeigen öffnet sich etwas.
Die Energie wird weiter.
Ruhiger.
Lebendiger.
Wenn Schutzmechanismen auftauchen
Schutz ist kein Fehler.
Er zeigt nur,
dass ein Teil sich noch nicht sicher fühlt.
Vielleicht ein alter Anteil.
Vielleicht ein jüngerer.
Der erste Schritt ist nicht,
den Schutz loszuwerden.
Sondern ihn wahrzunehmen.
Innezuhalten.
Einen Atemzug lang zu lauschen.
Kommt das, was gesagt wird,
aus Druck?
Oder aus Verbindung?
Manchmal reicht ein Satz wie:
„Ich merke, dass ich gerade überzeugen möchte,
weil Angst da ist, den Kontakt zu verlieren.“
Und der Raum verändert sich.
Fazit – Nähe beginnt mit Ehrlichkeit
Echte Kommunikation ist keine Technik.
Sie ist eine innere Entscheidung.
Schutz hält Kontrolle –
doch er schafft Distanz.
Offenheit gibt Kontrolle ab –
und ermöglicht Nähe.
Vielleicht beginnt echte Begegnung
nicht dort, wo alles richtig gesagt wird –
sondern dort,
wo jemand aufhört, sich zu verteidigen.
Und bleibt.
Viele Menschen reden, um sich sicher zu fühlen – nicht, um authentisch zu sein. In diesem Video erfährst du, woran du erkennst, ob du dich schützt – oder wirklich zeigst, wenn du sprichst.
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